EU-Gebäuderichtlinie

Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden

Die europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2002/91/EG) ist das Hauptinstrument der EU zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebestand. Folgende Verpflichtungen gehen daraus für die Mitgliedsstaaten hervor:

  • eine Methode zur Berechnung der integrierten Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden
  • Zertifizierungssysteme (Energieausweise) für Neubauten und Bestandsgebäude; öffentliche Gebäude müssen die Energieausweise aushängen
  • regelmäßige Überprüfungen von Heizkesseln und zentralen Klimaanlagen in Gebäuden sowie Überprüfung von Heizungsanlagen, deren Kessel älter als 15 Jahre sind
  • Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz neuer Gebäude wie auch bestehender Gebäude (Grundfläche von über 1000m²), die einer größeren Renovierung unterzogen werden sollen. 

Die vollständige Richtlinie finden Sie hier.

 

EU-Gebäuderichtlinie

Die europäische Gebäuderichtlinie (2010/31/EU) trat 2010 in Kraft. Der aktualisierte Text stärkte, verdeutlichte und erweiterte die bestehende Richtlinie. Zu den wichtigsten Änderungen zählen:

  • Entwicklung einer Methode zur Berechnung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und Festlegung von Mindestanforderungen für die Erreichung kostenoptimaler Niveaus
  • Ausweitung der Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz auf alle Gebäude (Wegfall des 1000m² Grundflächengrenzwertes), die einer größeren Renovierung unterzogen werden sollen, einschließlich Nachrüstungs- oder Renovierungsarbeiten an Elementen der Gebäudehülle
  • Alle neuen Gebäude müssen ab Dezember 2020 dem Niedrigstenergiestandard entsprechen (öffentliche Gebäude ab Dezember 2018)
  • Mitgliedsstaaten werden dazu verpflichtet, finanzielle Anreize zu etablieren, um den Übergang zum Niedrigstenergiestandard für Gebäude zu ermöglichen 
  • Verbindliche Energiezertifizierung für alle gebauten, verkauften oder vermieteten Privatgebäude und für alle öffentlichen Gebäude mit einer Grundfläche von über 500m² oder solchen, mit viel Publikumsverkehr
  • Verstärkte Wartung und Berichterstattungspflichten für Heiz- und Kühlsysteme
  • Mitgliedsstaaten werden dazu verpflichtet, Strafen im Falle einer Nichteinhaltung zu verhängen.

Die vollständige Richtlinie finden Sie hier.

 Niedrigstenergiegebäude

Artikel 9 der Neuauflage der EU-Gebäuderichtlinie fordert, dass „die Mitgliedsstaaten gewährleisten, dass bis 31. Dezember 2020 alle neuen Gebäude Niedrigstenergiegebäude sind und nach dem 31. Dezember 2018 neue Gebäude, die von Behörden als Eigentümer genutzt werden Niedrigstenergiegebäude sind“. Desweiteren sollen die Mitgliedsstaaten „Nationale Pläne zur Erhöhung der Zahl der Niedrigstenergiegebäude erstellen“ und „unter Berücksichtigung der Vorreiterrolle der öffentlichen Hand Strategien festlegen und Maßnahmen ergreifen, wie beispielsweise die Festlegung von Zielen, um Anreize für den Umbau von Gebäuden, die saniert werden, zu Niedrigstenergiegebäuden zu vermitteln“.

Ein Niedrigstenergiegebäude ist laut Artikel 2 der Neuauflage der EU-Gebäuderichtlinie definiert als „ein Gebäude, das eine sehr hohe Gesamtenergieeffizienz aufweist. Der fast bei Null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen — einschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen, die am Standort oder in der Nähe erzeugt wird — gedeckt werden“.

Wie viel Energie so ein Gebäude verbrauchen kann, welche erneuerbaren Energiequellen erlaubt sind und in welcher Nähe zum Gebäude die Energie erzeugt werden muss, muss noch in den Mitgliedsstaaten und in den EU-Institutionen diskutiert werden. Es wird nationale Definitionen von Niedrigstenergiegebäuden in jedem Land geben – in vielen Fällen wird die Definition von Passivhäusern als Anhaltspunkt dienen, wenn es um den Energiestandard geht.

Niedrigstenergiegebäude in Deutschland

In Deutschland wird die EU-Gebäuderichtlinie in Form des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG), welches die gesetzliche Grundlage schafft, und der Energieeinsparverordnung (EnEV) umgesetzt.

Seit dem 13. Juli 2013 ist die geänderte Version des Energieeinsparungsgesetzes EnEG 2013 in Kraft. Wichtigste Änderungen sind entsprechend der Novelle der EU-Gebäuderichtlinie der gesetzlich vorgeschriebene Niedrigstenergiestandard für öffentliche Gebäude ab 2019 und alle weiteren Neubauten ab 2021(§ 2a), die Kontrolle von Energieausweisen und Inspektionsberichten (§ 7b) und die Änderung der Energieeinsparverordnung.

Die aktuelle Energieeinsparverordnung EnEV 2009 wird zurzeit überarbeitet und die neue Version EnEV 2014 wird voraussichtlich 2014 in Kraft treten. Geplante Änderungen sind die Umsetzung der Änderung der DIN V 18599 und die Einführung des Berechnungsverfahrens EnEV easy. EnEV easy ist ein Instrument, um die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an energiesparendes Bauen nachzuweisen. Desweiteren sind die Erhöhung der Anforderungen von Referenzgebäuden (ab 2014: 87,5%, ab 2016: 75% des Referenzgebäudes 2009) und die Kopplung der Anforderungen des baulichen Wärmeschutzes an das Referenzgebäude vorgesehen.

Mit unserer Kampagne Tage der offenen Tür in Niedrigstenergiehäusern wollen wir die besten Gebäude zeigen, die zurzeit auf dem Markt sind. Machen Sie mit und gehen Sie die europäische Herausforderung gemeinsam mit uns an.


Quellen: EuroAce, EPBD CA, EnEV online, EnEVeasy.info