Gute Beispiele aus Deutschland

Energieeffizienzhaus Plus in Berlin - Neubau - Energiebedarf: 110,27 kWh/m²a, Energieerzeugung: 113,09 kWh/m²a

Energieeffizienzhaus Plus, Frontansicht

Frontansicht Ladestationen Touchscreen Küche

Das  147m2 große Energieeffizienzhaus Plus ist aufgrund neuester technischer Errungenschaften auf dem Gebiet der Energieeffizienz weitgehend energieautark und weist eine dementsprechend geringen ökologischen Fußabdruck auf. Durch eine Wärmepumpe, modernste Photovoltaik-Anlagen auf Dach und Fassadenflächen sowie durch optimierte Gebäudehülle und Gebäudetechnik wird eine positive Energiebilanz erzielt. Überschüssige Energie wird in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist sowie in Hochleistungsbatterien gespeichert und steht somit u.a. für die Nutzung der hauseigenen Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Die komplette Haustechnik ist über installierte Touchpanels sowie  Smartphones steuerbar. So kann u.a. ein Regelsystem anhand der durch die Bewohner definierten Nutzungsweise der Fahrzeuge die optimale Ladestrategie ermitteln. Zudem passt das Gebäude basierend auf dem Wetterbericht seinen Energiehaushalt und die Nutzung des Batteriespeichers an. Nicht nur sind Gebrauchsgegenstände und Möbel vollständig recycelbar, sondern auch das Gebäude selbst kann durch seine spezielle Bauweise, die auf das Verkleben einzelner Schichten und verschiedener Bauteile weitgehend verzichtet, nahezu vollständig recycelt werden.

Bilder: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Schulgebäude in Berlin - Sanierung - Energiebedarf: 117.8 kWh/m²a

Frontansicht Wärmepumpe Lüftungssystem

Das denkmalgeschützte Schulgebäude wurde energetisch saniert und entspricht nun fast den Kriterien eines Null-Energiehauses. Ermöglicht wurde dies durch innovative  VIP-Innendämmsysteme, der energetischen Aufbereitung  der historischen Holzkastenfenster und Einbau neuer dem Denkmal angepasster Holzfenster sowie durch ein neues Niedertemperatur-Heizungssystems mit Erdwärmepumpe und einem intelligenten CO²-gesteuerten Lüftungssystem. Auch das  Dach und die historische Fassade wurden für die energetische Konzeption komplett denkmalgerecht überarbeitet. Die benötigte Energie wird fast ausschließlich aus Erdwärme gewonnen. Wenn erforderlich, kann mit dieser Technik das Gebäude auch passiv gekühlt werden.  Insgesamt wurde der  Energiebedarf  um ca. 90 Prozent reduziert.

Bilder: B.&S.U. mbH

Doppelhaushälfte PlusEnergiePassivHaus

Fassaden-Sanierung Fassade nach Fertigstellung Wohnzimmer

Die Doppelhaushälfte des 1958 errichteten Wohnhauses wurde im Jahr 2010 umfassen renoviert. Ziel war es einen bestmöglichsten energetischen Standard zu erreichen und gleichzeitig zu gewährleisten, dass die Außenfassade auch nach den Sanierungen in einem harmonischen Erscheinungsbild mit dem Nachbargebäude steht. Die ernergetische Sanierung erfolgte zum "Passivhaus im Bestand - EnerPhit". Die Gebäudehülle besitzt eine lückenlose Wärmedämmung mit Dämmdicken zwischen ca. 20 und 40cm und U-Werten zwischen 0,1 - 0,15/m2K. Es wurden soweit möglich ökologische Dämmstoffe (Holzfaser, Zellulose) verwendet. Das hochwärmegedämmte, weitgehed wärmebrückenfreie Haus mit einem Heizwärmebedarf von <25kWh/m2a und zusätzlichen Erträgen aus der thermischen Solar- und der PV-Anlage, erzeugt mehr Energie als das Haus und seine Bewohner verbrauchen.

Bilder: Sigrun Gerst

 Bürogebäude Haus 2019 des Umweltbundesamtes- Neubau

In den Jahren 2011 bis 2013 entstand das Haus 2019 des Umweltbundesamtes in Berlin-Marienfelde als erstes Netto-Null-Energie-Haus des Bundes. Das Objekt wurde in Holztafelbauweise mit einer Wärmedämmung aus Zellulosefasern, die aus recyceltem Altpapier gewonnen wurden, errichtet. Im Betrieb des Gebäudes wird der Energiebedarf vollständig vor Ort durch regenerative Energieerzeugung in der Bilanz eines Jahres gedeckt.  Die Energieversorgung des Gebäudes beruht ausschließlich auf der Nutzung erneuerbarer Energien. Die auf dem Dach installierte aus 380 Modulen bestehende Photovoltaikanlage mit einer Leistung von ca. 58 kWp produziert den Strom. Der prognostizierte Jahresertrag beträgt ca. 50.000 kWh. Eine elektrische Wärmepumpe erzeugt Kälte und Wärme. Eine Solarthermieanlage unterstützt die Warmwasserbereitung. Die Fassade besteht aus vorgefertigten Holzelementen; die Bodenplatte und das Dach kommen auf U-Werte zwischen 0,08 und 0,11 W/m2K. Der außenliegende Sonnenschutz wird durch eine zusätzliche Scheibe vor Verschmutzung und Wind geschützt. Die Fenster mit einem U-Wert von 0,8 W/m2K schützen sowohl im Winter vor größeren Wärmeverlusten als auch vor zu hohen Wärmeeinträgen im Sommer.

Bilder: Umwelbundesamt (UBA)

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Innenansicht)

Mehrfamilien-Passivhaus in Dresden - Neubau - Primärenergiebedarf: 84 kWh/m²a

Fassade, Holz
Fassade (Dach), Holz Innenwand Wandheizung
Das 657m2 große Passivhaus beherbergt 5 barrierefrei erschlossene Wohnungen mit funktionalen Grundrissen. Planungsziel waren resourcenschonende Baumaterialien, ein geringer Energieverbrauch in der Nutzung, die Möglichkeit späterer Grundrissanpassungen und die Recyclebarkeit. Die tragende Konstruktion besteht wegen der Brandschutzanforderungen aus einem Stahlbeton-Skelett, Fassaden und Dach sind in Holzbauweise mit Zelluloseflocken (Altpapier) als Dämmmaterial hergestellt. Die Fenster sind mit 3-fach-Verglasung oder als Kastenfenster (2 x 2-fach-Verglasung) ausgeführt. Durch Kippen des Innenfensters erzielen die Kastenfenster an sonnigen Wintertagen Wärmegewinne. Das Kippen der Außenfenster bei geschlossenen Innenfenstern schützt vor Überhitzung im Sommer. Ein außenliegender Sonnenschutz ist nicht erforderlich. Die Bauherren wollten erprobte und wartungsarme „Low-tec“ Lösungen. Die Energie für Warmwasser und Heizung wird durch Fernwärme zur Verfügung gestellt. Jede Wohnung besitzt eine unabhängige Lüftungsanlage mit hocheffizientem Wärmetauscher. Zur Beheizung sind wegen der extrem minimierten Wärmeverluste und der Wärmegewinne durch Sonne, Personen und Haushaltsgeräte sind nur kleine Wandflächenheizungen in den lehmverputzten Wänden erforderlich.

Bilder: Luc Saalfeld (Fassaden), Heiko Behrens