Gute Beispiele aus Irland

70er Jahre Bungalow energetisch saniert

Carlow

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Der 70er Jahre Bungalow in County Carlow wurde komplett saniert und erfüllt jetzt einen hohen Energieeffizienzstandard:

Die Raumwärme wird von einem 1000-Liter-Pufferspeicher, der durch eine Luft-Wasser Wärmepumpe unterstützt wird, erzeugt. Das Wasser des Pufferspeichers wird durch Solarthermie-Kollektoren auf dem Dach (20m2) erwärmt. Die Kollektoren deckten im November ca. 60% des Heiz- und Warmwasserbedarfs ab - im Dezember 20%, im Januar 30% und 40% im Februar. Eine 12m2-große Photovoltaik-Anlage liefert den Strom für die Wärmepumpe. Somit benötigen die Bewohner weder Gas noch Öl, um das Haus zu beheizen. Der Bungalow ist in sieben verschiedene Heizzonen unterteilt, die eine thermostatische Steuerung in jedem Raum möglich machen. Auf Grund der hervorragenden Dämmung kann die Fußbodenheizung mit niedrigen Temperaturen betrieben werden.

Während der Renovierungsarbeiten wurden außerdem ein Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung und eine Regenwasseranlage für die Toiletten und den Garten installiert.

Mit diesen Maßnahmen erzielten die Eigentümer einen Standard (7,18 kWh/m2/a) der den irischen Niedrigstenergie-Standard (45kKWh/m2/a) um einiges übertrifft.

60er Jahre Doppelhaushälfte in Dublin erzielt "EnerPHit“- Standard - Zertifizierte Modernisierung mit Passivhaus-Komponenten

Frontansicht Küchenerweiterung Flur

Ziel war, eine beispielhafte  Renovierung in Sachen Energieeffizienz, Wassereinsparung sowie CO2-armer Bauweise zu realisieren. Damit sollte auch ein positiver Beitrag zur Debatte um energieeffiziente Sanierung des älteren Haus- und Wohnungsbestands in Irland geleistet werden.

Das Projekt umfasste die Nachrüstung des ursprünglichen Hauses ( 101m2 ) auf Ener-PHit-Standard, den Anbau eines zweigeschossigen Baus an der Seite sowie eine einstöckige Erweiterung am hinteren Teil des Hauses im Passivhaus Standard.

In Irland war dies die erste EnerPHit Modernisierung eines Gebäudes, die durchgeführt wurde und  weltweit die 5. Zertifizierung nach EnerPHit-Standard. Die Doppelhaushälfte wurde im Jahr 2013 als „Grünes Wohnhaus des Jahres“ von den „Green Awards“ ausgezeichnet.

Das Tageslicht im Haus wird durch Dachfenster, Fenster-Design, Lichtleiter und interne Glaswände optimal genutzt. Die Wände des Bestandhauses wurden mit 150mm Außendämmung und Riemchenziegeln isoliert, die Anbauten erhielten eine Holzfaserdämmung. Eine 300mm starke Wärmedämmung wurde unter die Bodenplatte eingebaut und im Dachgeschoss erfolgte eine 400mm starke Isolierung. Wo immer möglich, wurden natürliche Materialien eingesetzt. Besonders wichtig war den Bauherren, eine möglichst hohe Luftundurchlässigkeit zu erzielen. Nach sieben Diagnose-Messungen konnte das Ziel „1 Luftwechsel pro Stunde“ bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal sogar überschritten werden.

Insgesamt führten die Modernisierungsmaßnahmen zu einer 90% Reduktion des Energieverbrauchs.

Passivhaus in County Wexford

Frontansicht

Das Passivhaus in der Region Wexford, das  2012 fertiggestellt wurde, ist im Jahr 2013 mit dem „Isover Energy Efficiency Award“ ausgezeichnet worden.

Beim Bau des Passivhauses verfolgten die Bauherren das Ziel, sowohl möglichst lokale Materialien zu verwenden als auch ansässige Handwerker und Betriebe zu beschäftigen. Diese lokalen Unternehmen mit relativ wenig Erfahrung in Bereich der Niedrigenergiehäuser haben bewiesen, dass es möglich ist, mit traditionellen und landestypischen Bauweisen ein Haus im Passivhaus Standard zu errichten.

Der Auftragnehmer entwickelte ein eigenes Programm zur Ermittlung der sowohl kostengünstigsten als auch energieeffizientesten Maßnahmen. In diesem Programm ist das Passivhaus Projektierungs-Paket (PHPP) und andere irische Planungs- und Bewertungstools integriert, um eine ausreichende Grundlage für den Test verschiedener Szenarien sicherzustellen. Dank detaillierter und umfassender Analysen wurde ohne unnötige Kosten ein Passivhaus-Standard erreicht, obwohl die Gebäudeform relativ ungeeignet war.

Auf dem Gebäude wurde eine 16m2 große Photovoltaik-Anlage installiert, die mit einer Luftwärmepumpe für die Fußbodenheizung kombiniert wurde. Die Verbindung von Photovoltaik und Wärmepumpe ermöglicht zudem die Einspeisung überschüssiger Energie in das Netz.

Der Eigentümer hat ein Energie-Monitoring System im Haus installiert und konnte auswerten, dass im letzten Jahr keinerlei Ausgaben für Heizung und Warmwasser angefallen sind.

„Bord Gais Networks Services“ Gebäude

Frontansicht Innenansicht Dachterasse Innenhof

Auf einem Gelände von 0,5 Hektar in Dublin wurde das Bürogebäude der Firma „Bord Gais Networks Services“ errichtet. Das Gebäude ist nach dem BREEAM-Methode (BRE Environmental Assesment Method) mit sehr gut bewertet worden und ist das erste Bürogebäude in Irland das diesen Standard erzielt hat. Es gewann zudem zahlreiche Design- und Umweltauszeichnungen.

Die Gebäudehülle (Dach und Wände) erzielt einen U-Wert von 0,15 W/m2K und eine überprüfte Luftdichtheit von 1,82m3/hr/m2. Hauptmerkmal des Baus ist ein in die Betonplatte integrierte Thermo-Aktives Bauteil-System (TABS), das sowohl für die Heizung als auch die Kühlung des Gebäudes verwendet wird.

Die 126 m2 große Photovoltaik Anlage liefert 15% des Strombedarfs der Erdwärmepumpe, weitere Solarpanele mit einer Fläche von 20m2 decken 50% des Warmwasserbedarfs über einen Pufferspeicher.

Ein Beleuchtungs- und Beschattungsregler, der an das Energiemanagement-System angeschlossen ist, erfüllt die Energieeffizienzanforderungen in den Bereichen Licht, Heizung und Kühlung.

Passivhaus-Anbau Seniorenheim

Frontansicht Eingang

Der 23-Zimmer Passivhaus-Anbau eines Seniorenheims im County Kildare wurde im Jahr 2012 errichtet. Der Anbau ist das erste Seniorenheim in Irland und Großbritannien, das nach Passivhauskriterien gebaut wurde. 2013 wurde das Gebäude bei den „Isover Energy Efficiency Awards“ ausgezeichnet. Das Projekt demonstriert die Wirtschaftlichkeit von Baumaßnahmen nach hohen Energieeffizienzstandards.

Erstes Ziel der Bauherren war es, Wärmeverluste durch die Gebäudesubstanz zu minimieren. Die Wände wurden von außen gedämmt und erzielen einen U-Wert von 0,14W/m2K. Durch detaillierte Planung und einer genauen Vorgehensweise vor Ort durch den Bauunternehmer, wurde eine hohe Luftdichtheit (0,6 Luftwechsel/ Stunde bei 50 Pascal) des Gebäudes erreicht.

Oft ist die Raumtemperatur in Seniorenheimen auf 24°C eingestellt, weil sich in diesen Gebäuden häufig Kältebrücken finden und sie nicht luftdicht sind. Da die Wände des Neubaus weniger schnell auskühlen, ist hier eine Raumtemperatur von 21°C ausreichend, damit sich die Bewohner wohlfühlen. Ein Teil der Wärme wird durch die Lüftungsanlage mit kleinen Wasser-Luft-Wärmetauschern in jedem Raum zurückgewonnen. Thermostate in allen Räumen des Gebäudes erlauben eine individuelle Regeleung der Temperatur.

Geheizt wird mit einem Gaskessel mit Rauchgaswärmenutzungssystem. Die Gaskessel-Anlage ist für die Bereitstellung einer großen Menge warmen Wassers besonders effizient